Das Urheberrecht schützt den Künstler in der Eigenart und Verwertung seiner Kunstwerke. Im Spannungsfeld mit Verwertungsgesellschaften, Eigentümern der Kunstwerke und dem öffentlichen Interesse gibt es viele Rechtsfragen, die praktisch bei jedem Geschäft mit Kunstwerken von Bedeutung sein können.

 

Die Kunst wird vom Recht privilegiert. Um diesen Schutz zu genießen, muss das Werk als Kunst anerkannt werden. Insbesondere die Finanzämter agieren hier tendenziell zurückhaltend, da beispielsweise für den Kunsthandel (noch) ein ermäßigter Steuersatz besteht und auch Museen Steuererleichterungen zu Gute kommen. Fraglich ist mitunter auch, ob Entwürfe, unvollendete Werke und Werkteile geschützt sind. Wenn es um die Kunstfreiheit geht, stehen wir Ihnen im Streitfall zur Seite.

 

Der Künstler kann seine Verwertungsrechte ganz oder teilweise an Dritte übertragen, nicht jedoch sein Urheberpersönlichkeitsrecht. Dieses gilt sogar noch 70 Jahre nach seinem Tode weiter und ist selbst dann nur in wenigen erbrechtlichen Ausnahmefällen übertragbar. Die Persönlichkeitsinteressen des Künstlers und die Interessen des Käufers, d.h. des Eigentümers des Kunstwerkes, stehen sich regelmäßig diametral gegenüber. Wir beraten Sie, unter welchen Umständen ein Kunstwerk, gleich ob Architektur oder Gemälde, verändert oder vernichtet werden darf, ob der Künstler ein mögliches Recht auf Zugang zu seinem Kunstwerk hat oder auch bei ortsspezifischer Kunst (site-specific art) einer Ortsveränderung widersprechen darf. Ebenso klären wir für Sie auf, ob der Künstler eine Veröffentlichung untersagen oder ein mögliches Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft durchsetzen kann.

 

In die Verwertungsrechte des Künstlers fallen insbesondere die Rechte an der Verbreitung, Vervielfältigung und Ausstellung. Diese kann der Künstler an Dritte, wie häufig an Verwertungsgesellschaften, übertragen. Eine erfolgte Übertragung von Verwertungsrechten ist bereits schon bei Fotografien, die ein Galerist zur Vermarktung erstellt, relevant. Wir stehen Ihnen im Streitfall bei, um rechtswidrig geltend gemachte Ansprüche aus Verwertungsrechten erfolgreich abzuwehren und rechtmäßige Ansprüche durchzusetzen. Dabei prüfen wir die Katalogbild-, Panorama- und Zitierfreiheit und weitere Schranken des Urheberrechts für Sie.

 

Eine Besonderheit stellt das Folgerecht dar. Dieses gewährt dem Künstler bei bestimmten Kunstwerken einen unveräußerlichen Anspruch auf finanzielle Beteiligung bei Weiterverkäufen seiner Kunstwerke, um ihn an Wertsteigerungen teilhaben zu lassen. Das Folgerecht, das in Deutschland auf das französische Vorbild von 1920 zurückgeht, wird international höchst unterschiedlich gehandhabt. So existiert ein solches in den USA nur in Kalifornien, nicht in der Schweiz und bis zur Umsetzung der Richtlinie 2001/84/EG auch nicht im Vereinigten Königreich. Wir beraten Sie, ob ein bestimmtes Kunstwerk mit einem Folgerecht belastet ist und verhandeln für Sie mit Rechteinhabern über Rahmenverträge