Die öffentliche Hand hat sich in den Washingtoner Principles vom Dezember 1998 verpflichtet, Raubkunst der Nationalsozialisten in ihren Museen, Archiven und Bibliotheken zu identifizieren und mit den rechtmäßigen Eigentümern eine gerechte und faire Lösung zu finden. Auf eine Rückgabe oder Entschädigung besteht jedoch ausdrücklich kein Rechtsanspruch. Unrechtmäßig enteignete oder geraubte Kunstwerke werden häufig erst nach Jahrzehnten im Handel oder in Museen wiederentdeckt. Ob das Kunstwerk an die rechtmäßigen Eigentümer restituiert werden muss, hängt von unterschiedlichen Rechtsfragen ab. So können ein gutgläubiger Erwerb eines Dritten, eine Ersitzung, Verjährung oder Verwirkung einer Rechtspflicht zur Rückgabe ausschließen. Wir beraten Sie bei Verhandlungen, um die Interessen beider Parteien zu wahren.

 

Wir begutachten für Sie, ob es sich bei einem Kunstwerk tatsächlich um Raubkunst handelt. Dazu führen wir Recherchen in den einschlägigen Datenbanken durch, stellen die Provenienz und erfolgte Verkäufe fest. Bei der Durchsetzung eines Anspruchs kann entscheidend sein, ob ein international ausgeliehenes Kunstwerk überhaupt beschlagnahmt werden darf. Hier stellen sich Fragen der Immunität, die je nach Land höchst unterschiedlich gehandhabt werden.

 

Regelmäßig werden auch Händler und Auktionshäuser mit Raubkunst konfrontiert. Zwar bestehen regelmäßig keine durchsetzbaren Rechtsansprüche, Verkäufe sind dennoch häufig durch die Versteigerordnung ausgeschlossen. Wir stehen Ihnen zur Seite, um auf diesem schwierigen Terrain zwischen Restitutionsrecht, Standesrecht und Moral die richtigen Entscheidungen zu treffen.